Ji Wu, Mitsein, 2026. Öl auf Leinwand, 200 cm x 160 cm
Helen Hu, To the Way We Laugh at Pain, 2026. Acryl auf Leinwand, 170 cm x 130 cm
Ausstellungsansicht Spotlight, Helen Hu und Ji Wu, REITER | Berlin 2026
Ji Wu, Mitsein, 2026. Öl auf Leinwand, 40 cm x 30 cm
Helen Hu, A Field Unfolding, 2026. Acryl auf Leinwand, 100 cm x 130 cm
Ausstellungsansicht Spotlight, Helen Hu und Ji Wu, REITER | Berlin 2026
Ji Wu, Mitsein, 2026. Öl auf Leinwand, 50 cm x 40 cm
Ausstellungsansicht Spotlight, Helen Hu und Ji Wu, REITER | Berlin 2026
Ji Wu, Mitsein, 2026. Öl auf Leinwand, 50 cm x 40 cm
Helen Hu, One Blue Moon From Certain, 2026. Acryl auf Leinwand, 40 cm x 50 cm
Helen Hu, To the Way We Laugh at Pain, 2026. Acryl auf Leinwand, 170 cm x 130 cm
Spotlight bringt mit Helen Hu und Ji Wu zwei junge künstlerische Positionen zusammen. Die Ausstellung stellt ihre unterschiedlichen Ansätze in einen gemeinsamen Zusammenhang und richtet den Blick auf einen offenen Dialog zwischen zwei eigenständigen Perspektiven.
Helen Hu (geb. 1994 in Augsburg) ist eine deutsch-chinesische Malerin, deren Werk im Spannungsfeld von gestischer Abstraktion, prozesshafter Bildfindung und Fragen der Wahrnehmung steht. Sie studierte New Media Art an der Beijing Film Academy, Malerei an der Hochschule für bildende Künste Hamburg sowie an der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris und lebt und arbeitet heute in Berlin. Aus einer zunächst medienübergreifenden Praxis heraus hat Hu eine Malerei entwickelt, in der Linie, Farbfläche und Geste nicht als stabile Zeichen fungieren, sondern ihre Wirkung erst im Verhältnis zueinander entfalten. Ihre Bilder bewegen sich zwischen Verdichtung und Auflösung, zwischen räumlicher Öffnung und betonter Oberfläche. Damit lassen sie sich in eine jüngere abstrakte Malerei einordnen, die das Bild weniger als abgeschlossene Setzung denn als offenes, im Prozess entwickeltes Gefüge versteht. Charakteristisch ist dabei die Sichtbarkeit des Malprozesses: Schichtungen, Überarbeitungen und gesetzte wie zurückgenommene Gesten bleiben als Bildstruktur erhalten. Hu verbindet körperliche Unmittelbarkeit mit kompositorischer Präzision und schafft Arbeiten, in denen sich Bedeutung nicht festlegt, sondern im Akt des Sehens bildet.
Ji Wu zeigt mit seiner Malereiserie Mitsein Arbeiten, die sich mit menschlicher Existenz als einem grundlegend relationalen Zustand befassen. Ausgangspunkt ist für ihn nicht das isolierte Subjekt, sondern ein Verständnis von Selbstsein, das sich fortwährend in der Begegnung mit anderen Menschen, Kulturen, Erinnerungen, Räumen und der Welt formt. Geprägt von seiner Erfahrung zwischen China und Europa untersucht Ji Wu Identität nicht als festen Zustand, sondern als etwas Offenes und Veränderliches. In seinen Gemälden treffen architektonische Fragmente, Skulpturen, menschliche Figuren und Engelsmotive in vielschichtigen Bildräumen aufeinander. Reale Erfahrungen, Erinnerungen, Traumzustände und Imaginationen überlagern sich, ohne einer linearen Erzählung zu folgen. Die Engel erscheinen dabei nicht als religiöse Symbole, sondern als Zeugen, Begleiter oder Beschützer. Ji Wus Malerei macht weniger narrative Zusammenhänge als vielmehr Seinszustände sichtbar und fragt danach, wie sich ein Mitsein mit dem Unvertrauten vorstellen und bildlich darstellen lässt. Ji Wu, 1994 geboren in (Peking) China, studiert seit 2023 Freie Kunst in der Klasse von Jorinde Voigt an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Von 2016 bis 2021 arbeitete er als Bühnenmaler am National Centre for the Performing Arts in China. Zuvor absolvierte er von 2012 bis 2016 ein Bachelorstudium in Stage Art an der Central Academy of Drama in China.