Hans Aichinger, gegenstandslos, 2026. Öl auf Leinwand, 150 cm x 120 cm
Ausstellungsansicht, Be Real, Hans Aichinger. REITER | Berlin, 2026
Ausstellungsansicht, Be Real, Hans Aichinger. REITER | Berlin, 2026
Hans Aichinger, Metaphysik der Jugend, 2026. Öl auf Leinwand, 50 cm x 70 cm
Ausstellungsansicht, Be Real, Hans Aichinger. REITER | Berlin, 2026
Hans Aichinger, Meeresstille und glückliche Fahrt, 2026. Öl auf Leinwand, 120 cm x 140 cm
Ausstellungsansicht, Be Real, Hans Aichinger. REITER | Berlin, 2026
Hans Aichinger, gegenstandslos, 2026. Öl auf Leinwand, 150 cm x 120 cm
Ausstellungsansicht, Be Real, Hans Aichinger. REITER | Berlin, 2026
Hans Aichinger, Verspottung, 2026. Öl auf Leinwand, 90 cm x 120 cm
Hans Aichinger, nichts Rätselhaftes, 2026. Öl auf Leinwand, 100 cm x 70 cm
Ausstellungsansicht, Be Real, Hans Aichinger. REITER | Berlin, 2026
Ausstellungsansicht, Be Real, Hans Aichinger. REITER | Berlin, 2026
Hans Aichingers Malerei verhandelt die schmale Zone zwischen sichtbarer Wirklichkeit und ihrer Wahrnehmung – ein Realismus, der nicht Abbild, sondern Erkenntnisraum ist. Seine Bilder entziehen sich gängigen Schubladen wie Hyper- oder Fotorealismus ebenso wie erzählerischen Traditionslinien. Treffender ist von einem gesteigerten, immanenten Realismus zu sprechen, der durch präzise inszenierte, theatral komponierte Situationen getragen wird. Aichinger arbeitet mit Modellen und fotografischen Ausgangspunkten, doch seine Gemälde vermeiden jede psychologisierende Porträtlogik. Die Dargestellten suchen keinen Blickkontakt; sie erscheinen gesammelt, in sich gekehrt, in einer Schwebe zwischen Moment und Dauer. Besonders in jüngeren Arbeiten, die sich häufig auf jugendliche Figuren konzentrieren, entsteht ein Bildraum der Übergänge: eine Haltung der abwartenden Präsenz, in der vage Erwartungen und konzentriertes Innehalten dominieren. Der Betrachter bleibt auf distanzierter Position und erlebt eine still aufgeführte Gegenwart. Kompositorisch formt Aichinger flache, hell-dunkel modulierte Räume, deren Lichtführung und Stofflichkeit seine genaue Kenntnis kunsthistorischer Lichtdramaturgien erkennen lassen. Gewandungen, Faltenwürfe und Materialoberflächen sind mit akribischer Klarheit gesetzt; jedes Detail dient der Gesamtwirkung. So verbindet er historische Bildmittel mit zeitgenössischer Körper- und Bildsprache zu einer souveränen Gegenwart. Sein Verfahren folgt einer bewusst handwerklichen Strenge: von fotografischen Studien über Skizzen bis zu mit Kasein grundierten Bildträgern und fein abgestuften Öllasuren. Er arbeitet parallel an mehreren Leinwänden und formuliert doch stets eine singuläre, erfundene Bildwirklichkeit. Anstatt konventionelle Porträtformeln zu zitieren, zielt er auf das Reale, das nur Malerei hervorbringen kann: die Verdichtung eines Zustands, der zwischen Erscheinung und Wahrheit liegt. So entsteht ein Werk, das Vergangenheit und Gegenwart durchdringt und einen stillen, konzentrierten Erfahrungsraum öffnet – präzise beobachtet, streng komponiert, gegenwärtig in jeder Nuance von Licht, Haltung und Stoff.