08.01.2022 – 19.02.2022 | R E I T E R Leipzig

Clemens Tremmel

» SIQ « PART II

Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »Wadi (24)« . Öl auf Papier . 26 x 20 cm
Clemens Tremmel »Wadi (24)« . Öl auf Papier . 26 x 20 cm
Clemens Tremmel »Mosaik (4)« . Öl auf Aluminium . 90 x 110 cm
Clemens Tremmel »Mosaik (4)« . Öl auf Aluminium . 90 x 110 cm
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig
Clemens Tremmel »SIQ« PART II . Ausstellungsansicht REITER | Leipzig

Wir laden sehr herzlich zu Teil II der großen Einzelausstellung von Clemens Tremmel ein. Dieser stellt jene Arbeiten aus seinem Jordanien-Komplex in den Mittelpunkt, welche auf geschichtliche und kulturelle Prägung eingehen, während der erste Part fast ausschließlich unter dem Eindruck der landschaftlichen Gegebenheiten entstand.

Eröffnung ist am Samstag, 8. Januar 2022, 12 – 19 Uhr. Zeitgleich eröffnen alle SpinnereiGalerien neue Ausstellungen.

Clemens Tremmels Bilder erscheinen zunächst im Duktus historischer, präziser wie großräumiger Malweise samt ihrer Symbolik als Ort der Sehnsucht und Vollkommenheit. Die komplexe romantische Weltordnung als Universalpoesie wird von Tremmel beherrscht, dann treffsicher schmerzhaft zerstört durch rabiate Leerstellen. Im Aussägen, Überblenden, Übermalen und Vernebeln von Bildteilen löscht er das pathetische Panorama und zeigt bildhaft auf Defizite. Die Landschaften sind teils nur angedeutet in punktuell austretendem Licht, teils in volltönend leuchtenden Farben im Ausdruck aufscheinender Energie erfasst.

Die mutwillige Eliminierung der Zentralperspektive überträgt sich von der Kunstgeschichte auf das Weltverhältnis. Die Überwindung zur Zerstörung der Ganzheitlichkeit kann spiegelbildlich die alte und die neue Welt gegenüberstellen und lässt die alten Meister zu Wort und neuer Geltung kommen. Tremmel behauptet nicht nur die Pendelbewegung von Schöpfung und Zerstörung. Die Gegenbewegungen verbinden sich hier im Zusammenwirken von konkret vorfindlicher Natur und Abstraktion. Der Prozess von Vergehen und Neuschöpfung ist in den Werken angehalten im Spannungsmoment des Stillstandes vor dem Bruch.

Dezember 2019, Wadi Rum / Petra, Jordanien
Tremmel übernachtete für ein paar Tage in einem Beduinencamp mitten im Nirgendwo; Stille, kein Straßenverkehr, keine weiteren Menschen, auch keine Tiere. Tagsüber ist es schwer, nicht zu schwitzen und nachts, nicht zu frieren. Die Umgebung; nur Fels, Wüste, Himmel und Licht. Später besuchte er die berühmte Nabatäerstadt Petra. Um zum antiken Stadtkern zu gelangen, durchläuft man einen kilometer langen, etwa 70m hohen Schacht aus feuerrotem Sandstein, den sogenannten „Siq“. Der schmale Weg führt einen direkt durch die massiven Felswände. Dann öffnet sich unvermittelt ein Tal mit unzähligen, in den Fels geschlagenen, monumentalen Grabtempeln und Fassaden.